Wer Swinemünde noch aus den frühen 2000er Jahren kennt, wird die Stadt heute kaum wiedererkennen. Das einstige kleine Fischer- und Kurstädtchen an der Grenze zu Deutschland hat eine spektakuläre Metamorphose durchgemacht. Heute, im Jahr 2026, ist Swinemünde eine hochmoderne Urlaubsdestination, die preußische Historie, polnische Vitalität und internationalen Luxus vereint.
In diesem Artikel erfahren Sie, warum Swinemünde heute die erste Wahl für Wellness-Suchende, Familien und Geschichtsinteressierte ist.
Die geografische Besonderheit: Ein Leben zwischen den Inseln
Swinemünde ist die einzige Stadt Polens, die sich über Dutzende Inseln erstreckt. Für den Tourismus sind vor allem drei davon entscheidend:
Usedom (Uznam): Hier befindet sich das „Goldene Viertel“. Wenn Sie Wellness, erstklassige Gastronomie und den direkten Zugang zum Meer suchen, ist dies Ihr Platz. Hier flanieren Sie auf der längsten grenzüberschreitenden Promenade Europas.
Wollin (Wolin): Die Insel der Giganten. Hier steht nicht nur der höchste Leuchtturm der Ostsee, sondern hier befindet sich auch der riesige Fährhafen und das Naturparadies des Wolliner Nationalparks.
Karsibór (Kaseburg): Der Geheimtipp. Wer Ruhe sucht, findet hier kleine Fischerdörfer, Kajak-Routen im Schilfgürtel und eine unberührte Vogelwelt.
Der Strand: Rekordmaße und Qualität
Der Strand von Swinemünde ist das Aushängeschild der Stadt. Er unterscheidet sich massiv von den Stränden der deutschen Nachbarbäder.
Die Breite: An manchen Stellen ist der Strand über 200 Meter breit. Das bedeutet: Selbst im Hochsommer gibt es hier keine Handtuch-Kriege.
Die Wärme: Da das Wasser in der Bucht sehr flach ist, erwärmt es sich deutlich schneller als an der offenen See. Das macht Swinemünde zum kinderfreundlichsten Badestrand der Region.
Die Blaue Flagge: Auch für 2026 hat Swinemünde wieder die internationale Auszeichnung für exzellente Wasserqualität und nachhaltiges Strandmanagement erhalten.
Die Revolution der Anreise: Der Swinetunnel
Früher war die Anreise nach Swinemünde oft ein Geduldsspiel. Die Stadt war nur über zwei Fähren erreichbar, was in der Hochsaison Wartezeiten von bis zu drei Stunden bedeutete.
Der Durchbruch: Mit der Eröffnung des Swinetunnels (knapp 1,8 km lang) wurde Usedom direkt mit dem polnischen Festland verbunden.
Status 2026: Der Tunnel hat die Stadt für Wochenendtouristen aus Berlin, Stettin und Prag geöffnet. Die Durchfahrt ist für private PKW weiterhin kostenfrei und dauert weniger als drei Minuten.
Die Stadtentwicklung: Dank des Tunnels wurde das Zentrum von Swinemünde verkehrsberuhigt und bietet nun mehr Platz für Fußgängerzonen und Fahrradwege.
Kultur und Geschichte: Die Wächter der Swine
Swinemünde war über Jahrhunderte eine strategische Festung. Diese Geschichte ist heute touristisch perfekt aufgearbeitet.
Die Mühlenbake (Stawa Młyny)
Sie ist das meistfotografierte Wahrzeichen der polnischen Küste. Die weiße Windmühle am Ende der Westmole ist ein Symbol für die Seefahrtstradition und ein Muss für jeden Urlaubs-Schnappschuss bei Sonnenuntergang.
Der Leuchtturm (Latarnia Morska)
Mit 65 Metern ist er der höchste Backstein-Leuchtturm der Welt. Der Aufstieg über die 308 Stufen ist anstrengend, aber der Blick über das Stettiner Haff und die deutschen Kaiserbäder ist unbezahlbar.
Die Forts
Die drei erhaltenen Festungswerke bieten unterschiedliche Erlebnisse:
Fort Gerharda: Ideal für Familien. Hier wird Geschichte durch interaktive Führungen lebendig.
Engelsburg: Ein architektonisches Juwel, das der Engelsburg in Rom nachempfunden wurde.
Fort Zachodni: Hier erfahren Sie alles über die militärische Rolle der Stadt im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg.
Wellness 2.0: Luxus zum fairen Preis
In den letzten zwei Jahren wurden in Swinemünde mehrere 5-Sterne-Resorts eröffnet, die neue Maßstäbe setzen. Die Kombination aus traditionellen Kuranwendungen (Sole, Moor) und modernstem Bio-Hacking ist einzigartig.
Wellness für jeden: Ob im exklusiven Radisson Blu mit seinem Rooftop-Pool oder in gemütlichen Kurvillen aus der Gründerzeit – die Qualität der Behandlungen ist auf internationalem Top-Niveau.
Aquapark: Der Baltic Park Molo Aquapark bietet auch bei „Schietwetter“ (wie man im Norden sagt) Badespaß mit Meerblick.
Kulinarik: Piroggen, Fisch und Fine Dining
Die Gastronomie hat sich von einfachen Imbissbuden zu einer vielseitigen Szene entwickelt.
| Gericht | Wo probieren? | Empfehlung |
| Frischer Dorsch | Fischereihafen | Direkt vom Kutter, nur mit Zitrone. |
| Pierogi | Altstadt / Promenade | Herzhaft mit Speck oder süß mit Beeren. |
| Fine Dining | Neue Promenade | Moderne Fusion-Küche mit Ostsee-Zutaten. |
FAQs – Häufig gestellte Fragen (Update 2026)
Muss ich in Swinemünde Złoty umtauschen?
Nicht unbedingt. Fast überall (selbst am kleinsten Eisstand) können Sie kontaktlos mit Karte oder Handy bezahlen. Wenn Sie Bargeld nutzen, wählen Sie Euro, aber achten Sie darauf, dass Wechselgeld oft in Złoty (PLN) gegeben wird. Der beste Kurs ist meist die Kartenzahlung in Landeswährung.
Gibt es eine Kurtaxe?
Ja, wie in fast jedem Seebad gibt es eine Kurtaxe (Uzdrowiskowa). Diese wird meist direkt im Hotel abgerechnet und beträgt ca. 1,20 € bis 1,50 € pro Person/Tag.
Ist Swinemünde hundefreundlich?
Absolut. Es gibt einen großen, ausgewiesenen Hundestrand am Ende des Weststrandes. Viele Hotels werben aktiv um Gäste mit Vierbeiner.
Brauche ich ein Visum oder einen Pass?
Da Polen im Schengen-Raum ist, reicht ein gültiger Personalausweis. Denken Sie daran, diesen immer mitzuführen, auch bei Strandspaziergängen über die Grenze nach Ahlbeck.
Fazit: Ein Juwel mit Zukunft
Swinemünde hat es geschafft, seinen historischen Charme zu bewahren und gleichzeitig eine Infrastruktur aufzubauen, die viele deutsche Seebäder alt aussehen lässt. Die Kombination aus Natur (Wolliner Nationalpark), Action (Swinetunnel und Wassersport) und Entspannung (High-End-Spas) macht die Stadt zum vielseitigsten Ziel an der Ostseeküste.
Ob Sie nun für ein Wellness-Wochenende im Februar kommen oder den großen Sommerurlaub im August planen – Swinemünde enttäuscht selten. Die Stadt ist erwachsen geworden und 2026 attraktiver denn je.
